Wenn ihr für ein paar Tage in Hiroshima seid, empfehlen wir euch einen Tagesausflug nach Miyajima. Die 30 Quadratkilometer große Insel liegt etwa 20km südwestlich der Stadt.

So kommt ihr hin

Bild von der Miyajima Fähre
Miyajima Fähre

Mit dem öffentlichen Nahverkehr (Straßenbahn und JR San-yō Line) braucht ihr aus der Innenstadt von Hiroshima rund 45 Minuten bis nach Miyajimaguchi. Dort befindet sich der Fährhafen der JR Miyajima Ferry. Japan Railpass Inhaber können die Fähre kostenlos nutzen. Sie fährt mehrmals pro Stunde und braucht für die Überfahrt rund 10 Minuten.

Es fahren auch Boote direkt von Hiroshima auf die Insel. Hier gibt es allerdings keine Benefits für JR Pass Besitzer und die Tickets sind teurer.

Miyajima

Bild von Miyajima
Miyajima

Die Insel gilt als heiliger Ort. Bei Wikipedia heißt es: „In der Vergangenheit durfte es (…) weder Geburten noch Todesfälle geben, da beides als Zustand der Unreinheit galt, und auch heute noch werden Tote (…) auf die Hauptinsel Honshu gebracht. “

Itsukushima-Schrein

Bild des hölzernen Torii
Torii des Itsukushima-Schreins

Wahrzeichen von Miyajima ist das hölzerne Torii des Itsukushima-Schreins. Es stammt aus dem Jahr 1875, kann bei Ebbe zu Fuß erreicht werden, steht aber bei Flut vollständig im Wasser.

Es ist angeblich eines der meistfotografierten Wahrzeichen Japans und gehört zum eher seltenen Typ der sechs-beinigen ryōbu-torii.

Bild vom Itsukushima-Schrein
Itsukushima-Schrein

Der Schrein selbst gehört wie das Torii zum UNESCO Weltkulturerbe und existiert in seiner heutigen Form seit 1168. Die Hauptgebäude ruhen auf Plattformen, deren Pfeiler bei Flut im Wasser stehen. Das ist der besonderen Heiligkeit der Insel geschuldet, die es einfachen Bürgern früher nicht erlaubte, diese zu betreten.

Um die Anlage besichtigen zu können, zahlt ihr 300 Yen Eintritt pro Person.

Hauptgebäude des Itsukushima-Schreins bei Ebbe
Hauptgebäude des Itsukushima-Schreins bei Ebbe

Berg Misen

Der Gipfel des 535m hohen Berg Misen kann zu Fuß über mehrere gut ausgeschilderte Wanderwege oder mit der Seilbahn erreicht werden. Wir hatten uns entschieden, hinauf zu fahren und hinunter zu laufen. Bei dieser Variante zahlt ihr 1.000 Yen pro Person für die Seilbahn. Wollt ihr diese für beide Richtungen nutzen, werden 1.800 Yen pro Person fällig.

Ausblicke vom Berg Misen
Blick auf die Hauptinsel Honshū

Auf dem Weg von der Bergstation der Seilbahn bis hinauf zum Gipfel kommt ihr an mehreren Pavillons vorbei. Oben genießt ihr dann von der Aussichtsplattform einen traumhaften 360 Grad Blick über die umliegenden Inseln.

Anmerkung für Geocacher: Auf der Insel sind ein paar Tradis versteckt. Also vergesst nicht, euch eine Karte für die Offline Navigation herunterzuladen und einen Stift mitzunehmen. 😉

Bild vom Gipfel des Berg Misen
Auf dem Gipfel des Berg Misen

Für den Abstieg solltet ihr ungefähr 1 1/2 Stunden Zeit einplanen. Die Wanderwege sind sehr gut ausgeschildert und angenehm zu laufen.

Auf halben Weg nach unten sind wir übrigens an einem Schild vorbeigekommen, dass vor Vipern mit dem japanischen Namen Mamushi warnt. Weiß nicht, was wir gemacht hätten, wenn wir schon vor der Wanderung von den Viechern erfahren hätten. 😉 Gesehen haben wir Gott sei Dank keine.

Wanderweg auf der Insel Miyajima
Wanderweg auf der Insel Miyajima

Daisho-in Tempel

Auf dem Weg vom Gipfel des Berg Misen hinunter zum Fährhafen, kommt ihr am Daisho-in vorbei. Auf dem Gelände der historischen Anlage befinden sich mehrere Tempel und Statuen.

Vor allem im Herbst kommen viele Besucher hierher, da auf dem Anwesen zahlreiche Ahornbäume wachsen. Mir hat der Daisho-in (für den ihr keinen Eintritt zahlen müsst) neben dem Itsukushima-Schrein am besten gefallen.

Daisho-in Tempelanlage
Daisho-in Tempelanlage

Vor allem die vielen kleinen Jizu-Figuren haben es mir angetan. Sie begegnen euch überall auf der Insel. Unterhalb des Berg Misen Gipfels tragen die kleinen Kerle lustige Sonnenbrillen, doch meist, wie hier am Daisho-in, schmückt ihren kahlen Kopf nur eine bunte Strickmütze.

Da Jizo traditionell der Schutzgott der Kinder ist, insbesondere ungeborener und totgeborener Säuglinge, binden ihnen Eltern oft Babylätzchen um. Damit soll Jizo, der die Seelen in die Unterwelt begleitet, ihre Kinder (durch den Geruch) besser finden.

Jizo-Statuen am Daisho-in
Jizo-Statuen am Daisho-in
Weitere Highlights auf Miyajima

Wer sie noch nicht aus Nara kennt, wird ihnen spätestens hier über den Weg laufen: Sikahirsche folgen euch auf Schritt und Tritt, wenn ihr etwas Essbares dabei habt. Sie treiben sich vor den Souvenirgeschäften rum, lassen sich mit euch vor dem Torii fotografieren oder begrüßen euch bereits direkt bei der Ankunft am Hafen.

Wer sich auf die Suche nach kulinarischen Spezialitäten macht, wird auch auf Miyajima auf das für Japan typische, mit roter Bohnenpaste gefüllte Kleingebäck stoßen. Hier allerdings in Ahornblattform. Ich sage nur: kaufen und genießen. 😋

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